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Eltern zum ersten Mal? Heike vom Heede hat die Antworten
Der Countdown läuft. In ein paar Monaten ist es so weit – du wirst dein Baby zum ersten Mal in den Armen halten. Die Vorfreude ist riesig, genauso wie die Fragen: Habe ich alles, was ich brauche? Bereite ich meinen Körper richtig auf die Geburt vor? Und ganz ehrlich – wann darf ich endlich wieder Sushi essen? Mach’s dir gemütlich, gönn dir eine Tasse Tee und leg die Füße hoch – wir haben mit Heike vom Heede gesprochen, Familienexpertin und Gründerin des Family Institute in Düsseldorf.
Mit all dem Wissen im Internet müsste es doch heute kinderleicht sein, Eltern zu werden, oder? Pardon, wir mussten gerade unseren Tee ausspucken. Während wir ein Spucktuch holen, stellen wir dir Heike von Heede vor. Seit über 20 Jahren begleitet sie Familien und werdende Eltern auf ihrem ganz persönlichen Weg. Gemeinsam mit ihrem Team kennt sie die Höhen, Tiefen, Fragen und Trends – und weiß, was wirklich zählt. Wenn du dich nach dem letzten Googeln überfordert fühlst: Du bist hier genau richtig.
Wer ist Heike vom Heede?
Ursprünglich wollte Heike Gynäkologin werden, aber sie merkte schnell, dass sie sich stärker zur psychosozialen Arbeit hingezogen fühlte. Ihre persönliche Geschichte sowie ihre Erfahrungen in benachteiligten Stadtteilen, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und in einer Frauenvollzugsanstalt haben sie tief geprägt. Sie erkannte, wie viel frühzeitige Unterstützung bewirken kann – und was passiert, wenn sie fehlt. Genau das motivierte sie, Familien direkt von Anfang an zu begleiten, um schwierige Lebenssituationen gar nicht erst entstehen zu lassen.
Heute begleitet sie Eltern, Paare und Familien individuell und mit ihrem Team im Family Institute auch über Kurse. Ihr Ziel ist es, Familien nachhaltig zu stärken, sie zu ermutigen und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um die ersten Jahre mit ihrem Kind mit Vertrauen und Liebe zu gestalten.
Die größte Sorge aller werdenden Eltern
Eine der häufigsten Fragen, die sich werdende Eltern stellen, ist: Wie kann ich mich bestmöglich auf die Herausforderungen nach der Geburt vorbereiten und meinem Kind den bestmöglichen Start ins Leben geben?
Laut Heike fühlen sich viele mit dieser Sorge allein – dabei liegen die Antworten oft bereits in uns selbst. Vorbereitung bedeutet nicht, jede Herausforderung im Voraus lösen zu können. Das ist schlichtweg nicht möglich. Viel wichtiger sei es, sich bewusst zu machen: Wir sind bereits ein gutes Team, und wir werden auch diese Aufgabe gemeinsam meistern. Wer offen über gemeinsame Werte und Prioritäten spricht, schafft ein Gefühl der Sicherheit. Zum Beispiel: Was ist uns in den ersten Wochen besonders wichtig? Worauf legen wir Wert? Und wo dürfen wir ganz bewusst entspannt bleiben?
Auch das ständige Googeln ist kein Grund zur Sorge. Es ist völlig in Ordnung, sich Orientierung von außen zu holen. Entscheidend ist jedoch das eigene Bauchgefühl – das innere Gespür ist meist der verlässlichste Kompass. Informationen von außen können helfen, mehr Sicherheit zu gewinnen und die eigenen Entscheidungen zu festigen. So entsteht ein gesundes Gleichgewicht zwischen Wissen, Erfahrung und Gefühl.
5 Dinge, die du vor der Geburt zu Hause haben solltest
Nach den großen Fragen kommen die praktischen: Was brauche ich wirklich zu Hause, bevor das Baby kommt? Heike hat uns eine Top-5-Checkliste zusammengestellt.
"Ein Babyschale für das Auto ist unverzichtbar – denn schon für die erste Fahrt aus dem Krankenhaus braucht dein Baby einen sicheren Platz. Sie empfiehlt, den Sitz frühzeitig auszuwählen und im Auto zu testen. Einige Modelle lassen sich zudem auf das Gestell des Kinderwagens klicken – das ist gerade in den ersten Monaten besonders praktisch."
"Ein Kinderwagen erleichtert den Alltag enorm. Er bietet dem Baby einen sicheren, bequemen Platz unterwegs und unterstützt Routinen wie Spaziergänge und frische Luft – gut für Kind und Eltern. Auch zu Hause kann er als Schlafplatz dienen, etwa auf dem Balkon oder der Terrasse."
"Ein Tragetuch oder eine Tragehilfe ist in den ersten Monaten sehr wertvoll. Babys suchen Nähe – und gleichzeitig haben die Eltern die Hände frei. Auch Väter können tragen und dadurch eine innige Bindung aufbauen."
"Eine weiche Babydecke vermittelt Neugeborenen Geborgenheit. Nach dem warmen Schutz im Mutterleib ist die neue Welt eine große Umstellung. Eine Decke, die Wärme, Sicherheit und Vertrautheit ausstrahlt, kann den Übergang erleichtern. Viele Eltern legen die Decke vor der Geburt in ihr eigenes Bett, damit sie ihren Geruch annimmt. Für Neugeborene, die stark über den Geruchssinn wahrnehmen, ist das besonders beruhigend."
"Kleidung aus Wolle oder Seide – wie Bodys, Leggings oder Strampler – ist besonders in kühleren Monaten ein echter Gewinn. Diese Stoffe regulieren die Temperatur, sind atmungsaktiv und fühlen sich angenehm auf der Haut an. Da Babys ihre Körpertemperatur noch nicht selbst steuern können, ist das besonders wichtig."
Körperlich auf die Geburt vorbereiten
Was kannst du tun, um dich selbst auf die Geburt vorzubereiten? Heike erklärt, dass es dabei vor allem darum geht, dem eigenen Körper Aufmerksamkeit, Bewegung und Ruhe zu schenken. In Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt kannst du dein gewohntes Sportprogramm meist fortführen. Bewegung ist grundsätzlich sehr wertvoll.
Eine aktive Schwangere entwickelt früh ein gutes Gespür für Atmung – vor allem, wenn sie mit Yoga oder Pilates arbeitet. Auch Schwimmen oder Spazierengehen bauen Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit auf. In den ersten Monaten ist vieles möglich, solange du deinen Körper nicht überforderst. Im dritten Trimester ist es sinnvoll, das Tempo zu drosseln und sanftere Bewegungen zu wählen, um sich gezielt auf die Geburt einzustimmen.
Heike betont: Hör auf deinen Körper. Bewegung und Aktivität sind wichtig – aber Ruhe und Selbstfürsorge sind genauso wesentlich.
Ein flexibler Geburtsplan
Die Geburt ist ein Abenteuer – und ein Marathon. Niemand weiß, wie sie genau verlaufen wird. Ein Geburtsplan ist deshalb sinnvoll, sollte aber immer flexibel bleiben.
Heike empfiehlt, sich zunächst über gemeinsame Werte und Wünsche klar zu werden: Was ist uns wichtig – Ruhe, Nähe, Schmerzlinderung, Unterstützung durch bestimmte Personen? Anschließend lassen sich auch medizinische Optionen einbeziehen und überlegen, was in der Klinik oder dem Geburtshaus realistisch umsetzbar ist.
Zu den wichtigsten Punkten im Geburtsplan gehören laut Heike: Methoden der Schmerzlinderung, die Rolle des Partners, bevorzugte Geburtspositionen und der Umgang mit unerwarteten Situationen. Der Plan sollte als Orientierung dienen – aber Offenheit und Vertrauen in die eigene Intuition sind genauso wichtig wie der Plan selbst.
Was ihr als Eltern mitnehmen solltet: Vertraut darauf, dass euer Körper das kann. Begrüßt jede Wehe – sie bringt euch eurem Kind näher. Fragt euch mental: Habe ich das Team, das ich mir wünsche? Die Menschen, die da sind, wenn alles anders kommt als geplant?
Die ersten Tage zu Hause
Nach der Geburt beginnt eine intensive neue Phase – für Eltern und Kind gleichermaßen. Laut Heike ist es hilfreich, wenn das Zuhause von Beginn an auf Fürsorge und Entlastung ausgerichtet ist. Das bedeutet nicht Luxus – sondern praktische Unterstützung.
Diese kann ganz unterschiedlich aussehen: vorbereitete Mahlzeiten, kleine Haushaltshilfen, jemand der zuhört oder einfach präsent ist. Jede Form der Unterstützung schenkt der Mutter Raum für Erholung, das Ankommen mit dem Baby und die erste Bindung. Wer frühzeitig über die Abläufe zu Hause nachdenkt, schafft eine ruhige Atmosphäre – davon profitiert die ganze Familie.
Jede Familie ist einzigartig
